Bornaer Stadtjournal

Apothekenratgeber - Wenn Medikamente an die Reserven gehen und den Körper Nährstoffe kosten

Symbolbild: KI-generiert
Medikamente helfen Krankheiten zu behandeln und Beschwerden zu lindern. Was viele jedoch nicht wissen: Einige häufig verordnete Arzneimittel können bei längerer Einnahme dazu führen, dass bestimmte Vitamine oder Mineralstoffe schlechter aufgenommen werden oder der Bedarf des Körpers dafür steigt. Das bedeutet nicht, dass man diese Medikamente absetzen sollte – aber es lohnt sich, auf eine ausreichende Nährstoffversorgung zu achten, um Nebenwirkungen zu verringern und das Wohlbefinden zu steigern.
Sogenannte Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol oder Pantoprazol werden häufig bei Sodbrennen, Magengeschwüren oder als Magenschutz bei der Einnahme von Schmerzmitteln eingesetzt. Sie senken die Magensäureproduktion, was wiederum die Resorption von Vitamin B12 beeinträchtigen kann. Ein Vitamin B12 Mangel führt zu Symptomen wie chronische Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und neurologischen Störungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühlen in Händen und Füßen. Außerdem kann ein Mangel an Vitamin B12 Anämie, Schwindel und Herzrasen zur Folge haben. Besonders bei einer Langzeittherapie empfiehlt sich eine regelmäßige ärztliche Kontrolle der entsprechenden Blutwerte.
Ein weiterer Vitamin-B12-Räuber ist das Diabetesmedikament Metformin. Bei längerer Einnahme kann die Aufnahme von Vitamin B12 im Darm vermindert sein. Untersuchungen zeigten, dass eine tägliche Dosis von mehr als 2.000 mg Metformin verglichen mit einer Diabetes-Therapie ohne Metformin zu einem dreifach erhöhten Risiko für einen Vitamin-B12-Mangel führen kann. Daher empfehlen Fachgesellschaften, den Vitamin-B12-Status bei einer langfristigen Metformin-Therapie regelmäßig überprüfen zu lassen.
Julia Giselbrecht
Auch hormonelle Verhütungsmittel können den Bedarf an bestimmten Vitaminen, insbesondere Folsäure sowie den Vitaminen B6 und B12, beeinflussen. Frauen mit Kinderwunsch sollten nach dem Absetzen der Pille besonders auf eine ausreichende Folsäureversorgung achten.
Unser Rat aus der Apotheke: Wenn Sie Medikamente dauerhaft einnehmen, sprechen Sie uns gerne an. Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, ob Ihre Arzneimittel die Versorgung mit bestimmten Nährstoffen beeinflussen können und ob eine Kontrolle oder gezielte Ergänzung sinnvoll ist.

Herzlichst, Ihre Apothekerin aus der Apotheke am Krankenhaus
Julia Giselbrecht

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