Bornaer Stadtjournal

Krimineller Code am neuen Polizeirevier

Am Dienstag, den 28. Juli, wurde das neue Polizeirevier in Bornas Stauffenbergstraße 4a offiziell übergeben. Die Gästeliste zur Einweihungsfeier las sich wie das Who is Who Sachsens. Das hatte seinen Grund. Das in dreijähriger Bauzeit entstandene Gebäude kostete 23 Millionen Euro. Finanzminister Piwarz, dessen Ministerium für den Bau verantwortlich zeichnete, bekräftigte in seiner Rede, dass der Freistaat Sachsen auch weiterhin kontinuierlich in die Sicherheit investieren werde. Innenminister Armin Schuster, der am Ende der Veranstaltung symbolträchtig den Schlüssel von seinem Ministerkollegen Piwarz überreicht bekam, unterstrich, dass der Neubau als Danksagung für den schweren und herausfordernden Dienst zu sehen sei.
„Als ich auf das Gelände fuhr, sah ich eine junge Polizistin, die ein Selfie von sich und dem Gebäude machte. Mehr Lob kann man von seinen Mitarbeitern und Kollegen nicht bekommen“, wandte sich der Innenminister an Revierleiter Frank Winkler und ergänzte dabei schmunzelnd: „Sie müssen nur aufpassen, wo die Kollegin es veröffentlicht!“
Der feinsinnige Humor des Innenministers ist vielen bekannt. Anscheinend teilen ihn sowohl die Amtskollegen als auch die Polizisten Sachsens. Schließlich steht vor dem Haupteingang des Gebäudes eine Skulptur des Künstlers Jan Großmann, die den Namen „Faltung Gezinkt“ trägt. Sicherlich kennen Sie alle aus alten Krimis den Begriff „gezinkt“. Die Skulptur soll an den sogenannten Gaunerzinken erinnern, der sich auch als Wandmalerei im Gebäude wiederfindet.
Der Gaunerzinken bezeichnet einen Code unter Kriminellen, den sie an Hauswänden, Briefkästen oder Zäunen einritzten oder aufmalten. Die grafischen Symbole gehen bereits auf das Mittelalter zurück. Vor allem Einbrecher nutzten diese Codes. Eine Dreierwelle soll arme Leute symbolisieren, während fünf „olympische Ringe“ für reiche Leute stehen. Das M gibt die Information, dass dieses Haus am Morgen am besten auszurauben ist, während das N das Gegenstück dazu bildet. Ebenso gibt es Codes dafür, ob nur Frauen, Männer oder ältere Menschen zu Hause sind. Auch Waffen, bissige Hunde oder andere Gefahren werden entsprechend gekennzeichnet.
Selbst heute noch hört man immer wieder von einer ähnlichen Symbolsprache. Sie ist unter dem Begriff Warchalking bekannt. Dabei sollen mit Kreide auf Pflastersteine, Laternen oder Häuser gemalte Zeichen Informationen weitergeben – etwa über frei zugängliche WLAN-Netzwerke. Rund um das Thema ranken sich jedoch zahlreiche Geschichten. Immer wieder ist zu lesen, die Symbole könnten auch Einbrechern Hinweise liefern oder ihnen die Vorbereitung eines Einbruchs erleichtern. Ob und in welchem Umfang solche Zeichen heute tatsächlich noch verwendet werden, ist allerdings umstritten. Wer dennoch ungewöhnliche Markierungen an seinem Haus entdeckt, sollte aufmerksam sein und sie im Zweifel entfernen oder der Polizei melden.
Ein guter Grund, sich von der Polizei präventiv beraten zu lassen und sie einzuschalten, um Schaden von Ihrem Eigentum abzuwenden. Die Kolleginnen und Kollegen im Revier Borna sind hoch motiviert, ihrem Job und ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Dazu trägt auch das neue, funktionale und auf drei Etagen errichtete Revier bei, das neue Möglichkeiten bietet. Wir freuen uns schon auf ein baldiges Gespräch mit Revierleiter Frank Winkler, der zur offiziellen Eröffnung des Gebäudes mitteilen konnte, wie glücklich die Kolleginnen und Kollegen über ihren neuen Arbeitsplatz sind.

Manuela Krause

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