
Das Datum der Veranstaltung war bewusst gewählt: Genau an diesem Tag, am 7. Mai 1989, verkündete der damalige Wahlleiter Egon Krenz das Ergebnis der Kommunalwahlen: 98,85 Prozent Zustimmung für die SED. Für die Bürgerrechtler war das unglaubwürdig, hatten sie die Stimmenauszählungen sorgfältig beobachtet und dokumentiert und konnten dadurch Wahlfälschungen nachweisen. Die darauf folgenden Proteste wurden zu einem wichtigen Schritt auf dem Weg zur Friedlichen Revolution.
Die Schülerinnen und Schüler hörten zahlreiche persönliche Geschichten aus erster Hand. So berichtete Kathrin Bickhardt-Schulz von ihrer Kindheit und Jugend in der DDR, von ihren Gewissenskonflikten und davon, wie sie in den 1980er-Jahren zur Friedensbewegung fand.

Auch Constanze Ambrosch sprach über ihre Jugend und das Gefühl, beobachtet zu werden. Später bestätigte ein Blick in ihre Stasi-Akte dies. Für Heiterkeit sorgte zudem eine Vermutung der Stasi, obwohl es sich in Wirklichkeit ganz anders verhielt. Selbst die vermeintlichen „Schnüffel-Profis“ lagen manchmal völlig daneben.
Die Veranstaltung bot spannende Einblicke in eine Zeit, die für viele junge Menschen weit entfernt wirkt – und doch noch gar nicht so lange zurückliegt.
bw (Text & Fotos)