
Mit dessen Spieldauer sorgten sie dafür, dass das Spiel unserer Damen 1 in der Sparda 2. Liga pro, in dem sie im Sachsen- und Landkreisderby innerhalb einer Woche zum zweiten Mal (nach dem Pokalspiel) auf die ESA Grimma Volleys trafen, 45 Minuten verspätet beginnen musste.
Unter den geduldig auf den Spielbeginn wartenden 341 (!) Fans in der Halle war zu hören, dass nun auch das dritte Spiel nur gewonnen werden könne, weil ja sprichwörtlich aller guten Dinge drei sind. Aber nicht umsonst hatte Trainer Tim Reichenbach auf das Spiel gebremst optimistisch vorausgeblickt. Natürlich lag es nahe, den Sieg beim Sachsenpokalfinale als Maßstab zu nehmen und dessen Wiederholung vorauszusetzen. Doch erstens ist Grimma ein starkes, entwicklungs- und steigerungsfähiges Team und zweitens ist da noch die ganz besondere Stimmung bei einem Derby. Die Gäste wollten sich mit ihren zahlreichen lauten Fans im Rücken natürlich für die Pokalniederlage revanchieren. Aber die Heimspiel-Fanunterstützung und der Rückenwind aus dem Pokalsieg schlugen auf unserer Seite zu Buche. Spannung war also angesagt.
Und spannend wurde es dann auch, allerdings noch nicht wirklich in Satz 1. Der verlief zunächst ausgeglichen, aber ab etwa Satzmitte setzten sich die Gäste ab. Zwei frühe Auszeiten von Trainer Tim Reichenbach brachten nicht die Wende, denn Grimma ging, vor allem wohl begünstigt durch Annahmeprobleme auf unserer Seite oder, andersherum, starke Aufgaben der Gäste, mit neun Punkten in Führung. Aber dann berappelten sich unsere Mädels langsam wieder, kamen durch fünf gute Aufgaben von Anne und drei Superblöcke bis auf 18:20 heran, konnten aber den 25:19-Satzgewinn der Gäste dann doch nicht verhindern.
Die Hoffnungen ruhten nun auf Satz 2. Und das tatsächlich zu Recht, denn den dominierten unsere Mädels ihrerseits deutlich, gingen von Beginn an in Führung, gaben diese den ganzen Satz über niemals ab und gewannen ihn klar mit 25:18.
War dieser gewonnene Satz 2 die berühmte Wende im Spiel? Alle hofften es, aber anfänglich sah es nicht so aus, denn im Satz 3 ging es hin und her. Aber ab dem 6:6 gingen unsere Mädels in Führung und zwangen den Gästetrainer zu zwei frühen Auszeiten. Aber die Führung blieb bis zum Satzende bei unseren Mädels, die bei 24:17 Satzball hatten. Doch Grimma hielt dagegen, holte vier Punkte auf und zwang Tim Reichenbach bei 24:21 zur Auszeit. Die brachte den sogenannten „Trainerpunkt“ und unserem Team den 25:21-Satzgewinn.
Damit war der erste Punkt der Saison auf dem Markkleeberger Konto, aber es sollten natürlich gern mehr werden. Dazu musste am besten gleich der Satz 4 gewonnen werden. Aber so einfach wollten es die Gäste unseren Mädels dann doch nicht machen. Sie begannen furios und plötzlich stand es 6:1 für sie. Zwar kamen unsere Mädels dann etwas besser ins Spiel, doch der Grimmaer Vorsprung blieb, und das zwang Trainer Tim Reichenbach zur frühen Auszeit. Doch diese änderte erst einmal nichts am Punkterückstand, der nur langsam abnahm. Beim 18:18 glichen unsere Mädels dann aber erstmals aus und gingen sogar in Führung. Zwar gab es noch einmal den Ausgleich bei 19:19, aber darauf folgten vier Punkte für uns und schließlich bei 24:21 der Matchball. Doch die Gäste hielten erneut dagegen und glichen sogar noch einmal zum 24:24 aus. Aber ein guter Angriff von Steffi Kuhn und eine Wahnsinns-Rettungsaktion unserer Mädels mit anschließendem Angriff ins Aus der davon überraschten Gäste brachten den umjubelten Satz- und 3:1-Spielgewinn.
Alles in allem ein großartiger Schlusspunkt unter einen perfekten Spieltag mit vielen, z. T. spektakulären Ballwechseln, einer tollen Stimmung durch beide Fanlager, einer rappelvollen Tribüne, gut gefüllter VIP- und Kinderspielecke und vor allem natürlich mit den verdienten ersten drei Punkten der Saison auf dem Konto unserer Mädels. Ein Volleyballfest am Feiertag, auch dank der Gäste!
Rainer Leipnitz